Arm bleibt arm und reich bleibt reich?Arm bleibt arm und reich bleibt reich? Das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) hat die Einkommensverteilung und -mobilität in Deutschland untersucht – und dabei im Vergleich zur Vergangenheit zum Teil erhebliche Veränderungen festgestellt.      

Arm bleibt arm und reich bleibt reich?

17.10.2016 (verpd) Die Einkommensverteilung in Deutschland hat sich in den letzten 25 Jahren verfestigt. Es wird immer schwieriger, aus der Armut herauszukommen, während gleichzeitig die Reichen auch ihren Reichtum festigen können. Dies ist das Ergebnis einer Studie des gewerkschaftsnahen Wirtschafts- und Sozial-wissenschaftlichen Instituts (WSI).

In einer Studie, die vom Wirtschafts- und Sozial-wissenschaftlichen Institut (WSI) erstellt wurde, das zur Hans-Böckler-Stiftung gehört, wurden die Ergebnisse des sogenannten Sozio-ökonomischen Panels (Soep) ausgewertet. Grundlage dafür waren die Ergebnisse der jährlichen Haushaltsstichproben (Befragungen von rund 12.000 Haushalten) bis zum Jahr 2013. Wer im Monat weniger als 60 Prozent des Medians aller Einkommen zur Verfügung hat, gilt danach als arm. Im Jahr 2013 lag das Median-Einkommen für einen Ein-Personen-Haushalt bei netto 19.597 Euro.

Die Armutsgrenze lag entsprechend bei 11.758 Euro. Zudem wurden in der Studie weitere Einkommensgruppierungen gebildet: untere Mitte – wer 60 bis 100 Prozent des Medians aller Einkommen zur Verfügung hat –, obere Mitte (100 bis 150 Prozent), und wohlhabend (150 bis 200 Prozent). Wer im Monat über mehr als das Zweifache (200 bis 300 Prozent) des Median-Einkommens verfügt, gilt als einkommensreich. Und wer mehr als das Dreifache, also ab 300 Prozent des Medians an Einkommen erzielt, gilt als sehr einkommensreich.

Jeder Zweite, der 2009 arm war, war es auch 2013

Vergleicht man die Situation in Gesamtdeutschland im Jahr 2009 mit der im Jahr 2013, dann haben sich in dieser Zeitperiode 50 Prozent nicht aus der Armut befreien können. In der Vergleichsperiode 1991 bis 1995 hatte dieser Wert bei 42,4 Prozent gelegen.

Immerhin konnten sich im Zeitraum 2009 bis 2013 noch 36,2 Prozent in die untere Mitte und sieben Prozent in die obere Mitte verbessern. In der Vergleichsperiode hatten aber noch 46,9 Prozent der zuvor in Armut Lebenden in die nächste Einkommensstufe und 7,7 Prozent sogar um zwei Einkommensstufen aufsteigen können.

Sechs von zehn sehr Reichen bleiben sehr reich

Betrachtet man die Entwicklung an der Spitze der Einkommenspyramide, dann gelang es zwischen 2009 und 2013 fast 60 Prozent der sehr reichen Einkommensbezieher, ihren Status zu behalten. In der Vergleichsperiode 1991 bis 1995 schaffte dies „nur“ knapp über die Hälfte. Einen „sozialen“ Abstieg von sehr reich auf reich mussten 25,1 Prozent in der Periode bis 2013 hinnehmen. In der Periode bis 1995 waren es 23,3 Prozent. Und für die ganz Reichen gab es 2013 praktisch keinen Abstieg in die Armut (0,4 Prozent) oder in die Einkommensgruppe der unteren Mitte (1,4 Prozent).

Arm bleibe arm und reich bleibe reich, resümierten Professorin Dr. Anke Hassel, wissenschaftliche Direktorin des WSI und die WSI-Verteilungsexpertin Dr. Dorothee Spannagel, bei der Vorstellung des WSI-Verteilungsberichts 2016. Gleichzeitig seien die Abstände zwischen hohen und niedrigen Einkommen spürbar gewachsen, erklärte Hassel. „Bei der Einkommensungleichheit gemessen nach dem sogenannten Gini-Koeffizienten haben wir sogar den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2005 wieder überschritten“, sagte Hassel weiter.

Für die individuelle finanzielle Absicherung

Um finanziell abgesichert zu sein, ist es insbesondere für den Einzelnen wichtig zu wissen, wie seine finanzielle Situation aussieht und mit welchen Leistungen und Einkommen er beispielsweise bei einer eintretenden Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder im Rentenalter rechnen kann. Auch an die finanzielle Absicherung der eigenen Kinder und/oder des Partners im Fall des eigenen Ablebens sollte gedacht werden.

Zahlreiche Risiken, die beispielsweise die finanzielle Existenz kosten können, wie ein Hausbrand, ein schwerer Unfall oder eine Krankheit, die zu einer dauerhaften Erwerbsunfähigkeit führt, lassen sich zumindest finanziell mit den richtigen Versicherungspolicen absichern. Ein Versicherungsexperte kann bei der entsprechenden Ermittlung des jeweiligen Vorsorgebedarfs mit entsprechenden Berechnungen weiterhelfen. Je nach Sparziel und persönlicher Vorsorgestrategie bietet die Versicherungswirtschaft zudem individuell passende Anlage- und Absicherungslösungen an.