Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

 
Nach den aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung erhielten letztes Jahr mehr als 18,1 Millionen Bürger in Deutschland eine Altersrente. Die Zahlen zeigen zudem, dass die Rente alleine für viele nicht reichen wird, um damit ihren Lebensstandard zu halten.

Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

 

10.7.2017 (verpd) Die vor Kurzem veröffentlichte Statistik der Deutschen Rentenversicherung belegt, dass die durchschnittliche Altersrente letztes Jahr nicht einmal 860 Euro pro Monat betrug. Ein Großteil, unter anderem die Bezieher der Regelaltersrente und Frauen, bekamen im Durchschnitt sogar noch erheblich weniger.

Laut der Deutschen Rentenversicherung erhielten letztes Jahr 18,13 Millionen Bürger eine gesetzliche Altersrente. Im Durchschnitt betrug die monatliche Altersrente insgesamt knapp 857 Euro. Bei den knapp 783.700 Neurentnern, also den Rentnern, die 2016 erstmalig eine Rente bezogen, betrug die Durchschnittsrente nicht ganz 837 Euro. Deutliche Unterschiede hinsichtlich der durchschnittlich ausbezahlten Renten gab es zudem zwischen den 8,07 Millionen Männern und 10,06 Millionen Frauen, die eine Altersrente bezogen.

So betrug die Altersrente bei den Männern im Durchschnitt 1.096 Euro, bei den rund 372.300 Neurentnern waren es rund 1.008 Euro. Die Höhe der durchschnittlichen Altersrente bei den Frauen belief sich dagegen nur auf 665 Euro, die der 411.400 Neurentnerinnen auf 681 Euro. Außerdem variieren die durchschnittlichen Rentenhöhen der verschiedenen Altersrentenarten, die sich durch die jeweiligen Anspruchs-Voraussetzungen unterscheiden, zum Teil erheblich.

Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

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Die Regelaltersrente ist durchschnittlich am niedrigsten

Eine sogenannte Regelaltersrente erhält derjenige, der die Regelaltersgrenze erreicht hat und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt – also beispielsweise so lange in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Die Regelaltersgrenze lag bei Personen, die vor dem 1. Januar 1947 geboren sind, bei 65 Jahren. Für alle zwischen dem 1. Januar 1947 bis einschließlich 31. Dezember 1963 Geborenen erhöht sie sich seit dem Jahr 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Für Personen, die ab 1964 geboren sind, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Die meisten der 18,13 Millionen Bezieher einer Altersrente erhielten eine Regelaltersrente, nämlich 7,80 Millionen Personen, davon 3,09 Männer Millionen und 4,71 Millionen Frauen. Die durchschnittliche Regelaltersrente betrug knapp 612 Euro – 824 Euro bei den Männern und nur 472 Euro bei den Frauen. Bei den knapp 311.100 Neurentnern belief sich die Regelaltersrente im Durchschnitt auf 542 Euro, davon 686 Euro bei den Männern und 420 Euro bei den Frauen.

Nur wenige erhalten eine Altersrente für langjährig Versicherte

Ein Anspruch auf eine Altersrente für langjährig Versicherte haben nur Personen, die mindestens 35 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung vorweisen können und das 63. Lebensjahr vollendet haben. Für alle, die nach 1949 geboren sind, steigt die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente – zum Beispiel ab dem Geburtsjahrgang 1964 beträgt die Altersgrenze das 67. Lebensjahr. Wer dennoch mit 63 Jahren in Rente gehen möchte, muss bei der Altersrente für langjährig Versicherte Abschläge in Kauf nehmen.

Übrigens, nicht einmal jeder zehnte Rentner bezog eine Altersrente für langjährig Versicherte. Rund 1,78 Millionen Personen erhielten 2016 eine entsprechende Altersrente. Die Durchschnittshöhe betrug rund 1.098 Euro (1.222 Euro bei den Männern, 701 Euro bei den Frauen).

Nur wenige erreichten 45 Jahre Wartezeit

Die abschlagsfreie Altersrente für besonders langjährig Versicherte gibt es für diejenigen, die 45 Jahre Wartezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung vorweisen können und die Altersgrenze von 63. Lebensjahren bei Geburtsjahrgang 1951 und 1952 erreicht haben. Für später Geborene steigt die Altersgrenze je nach Geburtsjahrgang schrittweise für eine abschlagsfreie Rente bis zum 65. Lebensjahr – diese Altersgrenze gilt dann für 1964 oder später Geborene.

Zwar war die durchschnittliche Rentenhöhe mit 1.250 Euro für besonders langjährig Versicherte deutlich höher als beispielsweise die für Rentner, die eine Regelaltersrente beziehen, doch 2016 hatten nur 686.000 Rentner eine solche Rente.

Und auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Männern mit 1.378 Euro und den Frauen mit 1.053 Euro durchschnittliche monatliche Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Deutlicher Unterschied zwischen Einkommen und Renten

Eine weitere Altersrentenart ist die Altersrente für Schwerbehinderte – 1,84 Millionen Rentenbezieher erhielten im Durchschnitt 1.105 Euro Rente. Zudem bekamen 2,23 Millionen Personen eine Rente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit bis Jahrgang 1951. Die durchschnittliche Rentenhöhe betrug hier 1.234 Euro. Knapp 34.000 Personen erhielten eine Rente für langjährig Beschäftigte unter Tage mit einer Durchschnittshöhe von 1.966 Euro. Bei den 3,76 Millionen Frauen, die eine Altersrente für Frauen bis Jahrgang 1951 erhielten, betrug die durchschnittliche Rentenhöhe 824 Euro.

Die durchschnittlich ausbezahlten Rentenhöhen sind bei der Regelaltersrente, der Altersrente für Frauen, aber auch bei der Rente für langjährig und besonders langjährig Versicherten weitaus niedriger als das Durchschnittseinkommen eines gesetzlich rentenversicherten Arbeitnehmers. Das durchschnittliche Bruttoarbeitseinkommen eines Arbeitnehmers, der 2016 in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war, betrug nämlich 3.022 Euro im Monat, was je nach Lohnsteuerklasse einem Nettoeinkommen zwischen knapp 1.900 bis rund 2.200 Euro entspricht.

Die statistischen Werte lassen den Schluss zu, dass es für die meisten notwendig ist, zusätzlich zur gesetzlichen Rente vorzusorgen, damit im Rentenalter das Alterseinkommen ausreicht, um den bisherigen Lebensstandard halten zu können.