Notwendige Frühjahrskontrolle beim Fahrrad

 

Die Frühjahrskontrolle beim Fahrrad sollte Pflicht sein. Wenn das Fahrrad nach dem langen Winter wieder aus dem Keller oder der Garage geholt wird, sollte es gründlich geprüft werden, damit die Verkehrssicherheit gegeben ist. 

Frühjahrskontrolle beim Fahrrad

Die notwendige Frühjahrskontrolle beim Fahrrad

 

3.4.2017 (verpd) Wochen- und manchmal auch monatelang stehen Fahrräder während des Winters ungenutzt im Keller, in der Garage oder gar im Freien. Schnell kann sich hier an sicherheitsrelevanten Teilen wie Bremsen Rost festsetzen oder die Luft aus den Reifen entweichen, was die Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit des Velos einschränkt. Deshalb sollte vor der ersten Fahrt das Rad erst einmal einer sorgfältigen Kontrolle unterzogen werden.

Die Reifen platt, die Bremsen fest und die Kabel für die Beleuchtung korrodiert – keine Frage, viele Mängel sind offensichtlich und bereits auf dem ersten Blick zu erkennen. Doch es genügt nicht, nur diese zu beseitigen, denn viele sicherheitsrelevante Probleme zeigen sich erst bei einer gründlichen Kontrolle. In einem ersten Schritt sollte deshalb überprüft werden, ob die Ausstattung, die ein verkehrssicheres Rad aufweisen muss, komplett vorhanden und funktionstüchtig ist.

Zur Beleuchtung: Vorgeschrieben sind vorne ein weißer Scheinwerfer und ein weißer Reflektor, der auch direkt im Scheinwerfer integriert sein kann. Hinten müssen ein rotes Rücklicht mit Großflächenreflektor und ein zusätzlicher Reflektor in roter Farbe vorhanden sein. Bis vor wenigen Jahren waren übrigens nur Lampen erlaubt, die über einen Dynamo mit Strom versorgt wurden, heute sind auch Modelle, die mit einer Batterie funktionieren, zulässig.

Sehen und gesehen werden

 

Damit Radfahrer auch von der Seite leichter gesehen werden, schreibt der Gesetzgeber mindestens zwei Rückstrahler – sogenannte Katzenaugen – für das Vorder- und das Hinterrad vor. Stattdessen können auch Leuchtstäbe an den Speichen oder Reifen mit einem Reflektorstreifen genutzt werden. Reflektoren müssen außerdem an den Pedalen vorhanden sein. Zudem ist eine Klingel vorgeschrieben.

Natürlich müssen die Bremsen – hier sind zwei unabhängig voneinander funktionierende Systeme vorgeschrieben – funktionieren. Deshalb sollten die Bremsbeläge kontrolliert werden. Diese dürfen weder zu hart noch abgefahren sein. Damit die Bremse leicht zu betätigen ist, müssen die Bremszüge leichtgängig sein. Das Gleiche gilt für die Schaltzüge, das heißt, wenn diese schwergängig oder zerschlissen sind, sollten sie ersetzt werden.

Für die Fahrsicherheit bedeutsam ist außerdem das Lenkkopflager, das bei Fahrrädern auch als Steuersatz bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um das Lager, das die Gabel drehbar mit dem Rahmen verbindet. Dieses darf kein Spiel aufweisen, wenn man den Lenker von einer Seite bis zur anderen bis zum Anschlag dreht. Bewegt sich etwas, wenn man bei angezogener Vorderradbremse am Lenker ruckelt, muss entweder der Lenker oder das Lenkkopflager fester gestellt werden. Zudem sollten alle Schrauben am Rad auf festen Sitz geprüft und gegebenenfalls nachgezogen werden.

Reifen unterliegen dem Verschleiß

 

Während man fährt, sind die Reifen der einzige Kontakt zur Straße. Deshalb sollten sie nicht nur ausreichend Profil aufweisen, sondern auch nicht spröde sein. Beim Luftdruck sollte man es genau nehmen, wie die Spezialisten des Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) erklären. Die meisten Reifenpannen lassen sich nämlich mit dem richtigen Luftdruck verhindern, wobei der Druck in Abhängigkeit von Reifengröße und Art zwischen 2,0 und 9,2 bar liegen kann. Wie viel Luft hineingehört, fasst eine Liste des ADFC zusammen.

Kontrolliert und gewartet werden muss auch die Fahrradkette. Sie sollte zum Beispiel ausreichend gespannt sein. Zum Schmieren empfiehlt sich ein Kettenöl, wobei die Kette nach Angaben der Deutschen Verkehrswacht e.V. (DVW) nach 3.000 bis 6.000 Kilometern ersetzt werden sollte, da sich sonst die Kettenräder und Ritzel stark abnutzen. Übrigens prüft man den Zustand der Bereifung, der Kette, der Schaltung und des Rahmens am einfachsten, wenn man das Rad „auf den Kopf“, also auf den Lenker und Sattel stellt.

Die Gangschaltung – und das gilt sowohl für eine Kettenschaltung als auch für eine Nabenschaltung - lässt sich übrigens justieren. Videos des ADFC zeigen, worauf man dabei achten sollte. Mehr Informationen zum verkehrssicheren Fahrrad liefern die kostenlos herunterladbaren Broschüren „Das sichere Fahrrad“ und „Prüf Dein Rad“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. sowie die online aufrufbare oder als Flyer downloadbare Checkliste der „Fahrrad-Check“ des ADFC.