So zufrieden sind die Bürger mit dem Gesundheitssystem

 
Eine Studie hat sich mit der Frage beschäftigt, wie zufrieden die Bundesbürger mit dem aktuellen Gesundheitssystem der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung sind. Unter anderem wurde untersucht, ob den Bürgern bessere Leistungen oder stabile Beiträge wichtig sind.

So zufrieden sind die Bürger mit dem Gesundheitssystem

So zufrieden sind die Bürger mit dem Gesundheitssystem

 

8.5.2017 (verpd) Die überwiegende Mehrheit ist mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Dies zeigt eine kürzlich durchgeführte Umfrage einer gesetzlichen Krankenkasse. Allerdings wünscht sich der Großteil der Bevölkerung in Teilbereichen auch Veränderungen.

Ein zentrales Ergebnis des vor Kurzem von der Techniker Krankenkasse (TK), einer gesetzlichen Krankenkasse, vorgestellten Reports ist, dass 84 Prozent der Bundesbürger mit dem deutschen Gesundheitssystem zufrieden sind. Und zwar sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung (GKV und PKV). Das Meinungsforschungs-Institut Forsa Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH hat dazu 2.001 Erwachsene repräsentativ befragt.

Insgesamt gaben sieben Prozent der Befragten an „vollkommen zufrieden“, 22 Prozent „sehr zufrieden“ und 55 Prozent „zufrieden“ zu sein. Nur elf Prozent waren „weniger zufrieden“ und fünf Prozent „unzufrieden“. Insgesamt kommt die elfte TK-Umfrage dieser Art damit auf die höchsten Zufriedenheitswerte seit der erstmaligen Durchführung im Jahr 2003. Hinsichtlich der PKV wird das Ergebnis auch von einer anderen Erhebung des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) bestätigt: Hier äußerten sich 91 Prozent der Privatversicherten über die Gesundheitsversorgung zufrieden.

Großteil der Krankenversicherten sieht dennoch Reformbedarf

Allerdings: 75 Prozent der Befragten halten bei der TK-Umfrage das Gesundheitssystem zwar im Prinzip für gut, dennoch sind sie der Meinung, es sollte an einigen Stellen reformiert werden. Zwölf Prozent sprechen sich für grundlegende Änderungen am System aus, während 14 Prozent der Meinung sind, dass alles so bleiben sollte, wie es ist.

66 Prozent sind der Ansicht, dass das derzeitige Gesundheitssystem zukunftsfähig ist. Allerdings rechnen 91 Prozent damit, dass die Beiträge dafür steigen werden. Auch der Vorstandschef der TK Dr. Jens Baas rechnet mit Beitragsanhebungen für die Krankenversicherung. Dank der anhaltend guten konjunkturellen Entwicklung würde derzeit viel Geld in die Krankenkassen gespült. Allerdings würden steigende Ausgaben das gute Ergebnis wieder zunichtemachen.

Auch diesbezüglich gibt es ein interessantes Umfrageergebnis: 58 Prozent der Versicherten würden laut der Befragung lieber höhere Beiträge leisten, wenn dafür der Leistungsumfang gehalten wird. Dies wird als das kleinere Übel angesehen gegenüber stabilen Beiträgen mit weniger Leistungsumfang.

Die Mehrheit wünscht sich eine höhere Selbstbestimmung

Ein wichtiges Kriterium für viele Befragten ist auch die Selbstbestimmung in Sachen Krankenversicherung. So wünscht sich die Mehrheit, nämlich 63 Prozent der Befragten, dass sie die Möglichkeit haben können, über Art und Umfang ihres Krankenversicherungs-Schutzes selbst zu entscheiden. Mit 76 Prozent ist der Anteil derjenigen sogar noch höher, die sich frei entscheiden möchten, ob sie privat oder gesetzlich krankenversichert sein möchten.

Bisher ist es jedoch so, dass Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studenten, bis auf wenige Ausnahmen, unabhängig von einer Einkommensgrenze von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln können. Für Arbeitnehmer ist ein derartiger Wechsel nur möglich, wenn ihr Bruttoeinkommen dauerhaft über der sogenannten Versicherungspflicht-Grenze liegt, die für das Jahr 2017 aktuell 57.600 Euro beträgt. Das Ende der gesetzlichen GKV-Versicherungspflicht tritt erst mit Ablauf des Kalenderjahres ein, in dem die Versicherungspflicht-Grenze überschritten wird.

Es gibt jedoch einen Sonderfall: Wer seinen Job wechselt und voraussichtlich deshalb in den nächsten zwölf Monaten über der Versicherungspflicht-Grenze liegt, kann nach Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung e.V. bereits zum Beginn des neuen Beschäftigungs-Verhältnisses wechseln.

Bessere Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte

Alle, die in der GKV bleiben (müssen), können jedoch durch den Abschluss einer privaten Krankenzusatzpolice von den besseren Leistungen der PKV profitieren. Derartige Policen werden von den privaten Krankenversicherern für den stationären und den ambulanten Bereich sowie für Behandlungen beim Zahnarzt als Ergänzung zur GKV angeboten.

Eine private Krankenzusatz-Police für gesetzlich Krankenversicherte übernimmt je nach Leistungsvereinbarung zum Beispiel die Mehrkosten für Medikamente, Zahnersatz, Zahnreinigung und/oder Hilfsmittel wie Brillen, welche die gesetzliche Krankenkasse teilweise oder gar nicht zahlt. So können zum Beispiel mit einer privaten Krankenhauszusatz-Police die Differenzkosten zur GKV für eine Klinikunterbringung im Ein- oder Zweibett- statt im Mehrbettzimmer und/oder die Mehrkosten für eine Chefarztbehandlung oder für einen anderen Spezialisten abgedeckt werden.

Bei einer privaten Kranken(zusatz)-Police steht dem Patienten je nach vereinbartem Leistungsumfang auch ein freies Arzt- und Krankenhauswahlrecht zu, er kann sich somit auch von einem Privatarzt und/oder in einer Privatklinik ohne Mehrkosten behandeln lassen. Umfassende Informationen zur privaten Krankenversicherung, zu Krankenzusatzpolicen und zum Wechsel von der GKV zur PKV können beim Versicherungsvermittler erfragt werden.