Deutsches Altersvorsorgesystem ist nur MittelmaßIn einem Vergleich der gesetzlichen Altersversorgungs-Systeme von 25 Ländern landet das von Deutschland nur im Mittelfeld.

Deutsches Altersvorsorgesystem ist nur Mittelmaß

7.12.2015 (verpd) Es gibt unterschiedlichste Methoden, wie Länder die Altersvorsorge ihrer Bürger sichern wollen. In einer Studie wurden die entsprechenden Rentensysteme von 25 Ländern miteinander verglichen. Für Deutschland sehen die Studienautoren vor allem in Sachen Nachhaltigkeit Nachhol- und Reformbedarf.

Seit 2009 erstellt das Beratungsunternehmen Mercer GmbH in Kooperation mit dem Australian Centre for Financial Studies den sogenannten Melbourne Mercer Global Pension Index.

2015 wurden für den Index wie im Vorjahr Stärken und Schwächen der Pensionssysteme von 25 Ländern untersucht. Neben den staatlichen Pensionssystemen und der betrieblichen Altersversorgung werden den Angaben zufolge auch private Anlagen und Vorsorgemaßnahmen berücksichtigt.

Grundzüge der Methodik

Der Gesamtindex (zwischen null und 100) setzt sich dabei zusammen aus dem gewichteten Durchschnittswert der drei Subindizes „Angemessenheit“ (40 Prozent Gewichtung), „Nachhaltigkeit“ (35 Prozent Gewichtung) und „Integrität“ (25 Prozent Gewichtung), die in insgesamt 40 Kriterien unterteilt sind.

Während der Index „Angemessenheit“ die derzeit gewährten Versorgungsleistungen und einige wichtige Gestaltungsmerkmale wie etwa Versorgungsniveau, steuerliche Anreize, Gestaltung der Altersversorgungs-Modelle und Sparquote untersucht, geht es beim Index „Nachhaltigkeit“ darum, ob das gegenwärtige System in Zukunft aufrechterhalten werden kann. Hierzu werden Faktoren wie etwa Rückdeckung, Finanzierung, Demografie, Staatsverschuldung und flexible Arbeitszeitmodelle für ältere Arbeitnehmer bewertet.

Beim Index „Integrität“ spielen unter anderem die Faktoren staatliche Aufsicht, „Governance“, Kosten, Risikosteuerung und Kommunikation eine Rolle. So wird ermittelt, wie „vertrauenswürdig“ und beständig das Vorsorgesystem ist.

Deutschland auf Rang zwölf

In der Gesamtwertung kommt Deutschland mit einem im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,2 Punkte verschlechterten Indexwert von 62,0 auf den zwölften Platz (Vorjahr: elfter Platz) und landet damit im Mittelfeld des Rankings. Spitzenreiter in der Gesamtbewertung mit fast 82 Punkten ist, wie letztes Jahr auch, Dänemark, gefolgt von den Niederlanden und Australien mit Werten von knapp über beziehungsweise unter 80.

Während es hinsichtlich der Angemessenheit immerhin zu einem siebten Rang mit nur etwa fünf Punkten Rückstand auf das an erster Stelle liegende Australien reichte, belegt Deutschland in Sachen Integrität mit leicht überdurchschnittlichen 75,0 Punkten (Rückstand zur Spitze: über 15 Punkte) nur den 15. Platz.

Noch weiter hinkt das deutsche Rentensystem in Sachen Nachhaltigkeit den führenden Ländern hinterher. Hier kommt die Bundesrepublik mit 36,8 Punkten (Vorjahr: 37,6) auf einen nicht einmal halb so hohen Sub-Index-Wert wie der Spitzenreiter Dänemark und bleibt auch deutlich hinter dem Durchschnitt von 48,2 Punkten zurück. Die Studienautoren halten weiterhin Reformen für nötig, mit denen das deutsche Rentensystem den demografischen Herausforderungen besser gerecht wird.

Absicherung für den persönlichen Lebensstandard

Immer weniger Erwerbstätige stehen aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr Rentenbeziehern gegenüber. Das heißt, es gibt immer weniger Einzahler in das gesetzliche Rentensystem – die Zahl der Empfänger von Altersrenten steigt jedoch. Und bereits heute ist die Höhe der Altersrente deutlich niedriger als das letzte aktive Erwerbseinkommen eines Beschäftigten, bevor er in Rente geht.

Wer es weder vorhat noch es aus gesundheitlichen Gründen schafft, bis zur Regelaltersgrenze zu arbeiten und dennoch im Alter nicht auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten möchte, sollte daher frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen.

Die Versicherungswirtschaft bietet bedarfsgerechte Lösungen an, die es dem Einzelnen ermöglichen, seine finanzielle Lücke zwischen dem bisherigen Erwerbseinkommen und der zu erwartenden gesetzlichen Rente zu schließen. Wie hoch die voraussichtliche Einkommenslücke des Einzelnen tatsächlich sein wird und welche individuell passenden Altersvorsorgeformen infrage kommen, können beim Versicherungsexperten erfragt werden.