Die Riester-Rente: Ein Stabilitätsanker im AlterDas Rentenniveau wird Stück für Stück weiter sinken, wie dem aktuellen Rentenversicherungs-Bericht der Bundesregierung zu entnehmen ist.

Die Riester-Rente: Ein Stabilitätsanker im Alter

30.11.2015 (verpd) Der Rentenversicherungs-Bericht 2015 bestätigt, dass das sogenannte Sicherungsniveau vor Steuern allmählich weiter absinken wird. Die für 2030 gesetzte Linie von mindestens 43 Prozent wird demnach voraussichtlich aber nicht unterschritten. Nach dem Bericht könnte es mithilfe der Riester-Rente bis 2029 jedoch gelingen, dieses Sicherungsniveau dauerhaft über 50 Prozent zu stabilisieren.

Im aktuellen Rentenversicherungs-Bericht 2015 schätzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) – wie jedes Jahr – die kurzfristige Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) sowie in mehreren Szenarien die mögliche Entwicklung über einen Zeitraum von 15 Jahren.

Nach der tabellarischen Übersicht des Ministeriums lag das Sicherungsniveau vor Steuern (Netto-Rentenniveau vor Steuern) im Jahr 2008 noch bei 50,5 Prozent. Dabei bezog der Standardrentner damals eine Bruttomonatsrente von 1.195 Euro. In diesem Jahr liegt das Sicherungsniveau noch bei 47,5 Prozent, was einer Rente von 1.314 Euro entspricht.

Rentenniveau sinkt und Beitragssatz steigt

Für 2029 wird ein Netto-Rentenniveau vor Steuern von 44,6 Prozent erwartet. Das Sicherungsniveau vor Steuern bewege sich damit im Rahmen der im Gesetz vorgesehenen Grenzen von 46 Prozent bis zum Jahr 2020 und von 43 Prozent bis zum Jahr 2030, wie im Bericht zu lesen ist.

Der Modellberechnung nach dem sogenannten Standardrentner liegt als Basis ein fiktiver Rentner, der 45 Jahre lang so viel verdient hat wie der Durchschnitt aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten und in dieser Zeit auch entsprechende GRV-Beiträge eingezahlt hat, zugrunde.

Wie dem Rentenversicherungs-Bericht weiter zu entnehmen ist, wird der Beitragssatz der GRV, den Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Regel jeweils zur Hälfte tragen müssen, weiter steigen. 2008 lag der GRV-Beitragssatz bei 19,9 Prozent in 2008, 2015 sind es aktuell 18,7 Prozent und bis 2029 wird er voraussichtlich auf 21,5 Prozent ansteigen. Auch bezüglich der Höhe des Beitragssatzes werden damit die gesetzlichen vorgegebenen Grenzen von 20 Prozent im Jahr 2020 und 22 Prozent in 2030 nicht überschritten.

Riester-Rente hilft Sicherungsniveau anzuheben

Rechnet man für 2015 beim aktuellen Rentenniveau allerdings die 70 Euro im Monat aus der Riester-Rente hinzu, die ein Standardrentner voraussichtlich erreichen könnte, wenn er eine entsprechende staatlich geförderte Altersvorsorge abgeschlossen hätte, steigt das Sicherungsniveau auf 50 Prozent. Bei den Berechnungen wird unterstellt, dass der Rentner vier Prozent seines Einkommens in einen Riester-Vertrag eingezahlt hat.

Für das Jahr 2029 würde sich das Rentensicherungsniveau von 44,6 Prozent, wenn man die Leistungen der Riester-Rente für einen Standardrentner von voraussichtlich monatlich 265 Euro dazuzählt, auf ein Versorgungsniveau vor Steuern von 51,1 Prozent erhöhen.

Dem Rentenversicherungs-Bericht zufolge könnte die Riester-Rente damit durchaus den Ausgleich für das sinkende Rentenniveau (das steuerbereinigte Rentennettoniveau) bewirken und für einen Wert oberhalb der 50-Prozent-Marke sorgen.

Gesetzliche Rente kann Lebensstandard nicht sichern

Die in dem Rentenversicherungs-Bericht erhaltene Botschaft des Arbeits- und Sozialministeriums ist eindeutig: „Die gesetzliche Rente (wird) zukünftig nicht ausreichen, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen.“ Die gesetzliche Rentenversicherung werde zwar die tragende Säule bleiben, aber nur durch zusätzliche Vorsorge könne der Lebensstandard erhalten werden.

Wer wissen möchte, wie hoch sein eigenes Alterseinkommen unter Einbeziehung der gesetzlichen und eventuell bereits vorhandenen privaten Altersvorsorge sein wird und ob diese zum Erhalt des bisherigen Lebensstandards ausreicht, kann sich von einem Versicherungsexperten beraten lassen.

Dieser kann entsprechende Berechnungen durchführen und im Falle einer Absicherungslücke individuell passende private Vorsorgelösungen, die zum Teil auch staatlich gefördert werden, wie beispielsweise ein Riester-Vertrag, vorschlagen.


 

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