Gegen Unfälle im eigenen Garten

 

Vom Gartenteich über giftige Pflanzen bis hin zum achtlos liegengelassenen Gartenrechen oder auch den diversen zum Teil gefährlichen Gartenarbeiten, es gibt zahlreiche Risiken, die zu Unfällen im heimischen Garten führen können. Welche Maßnahmen die Unfallgefahr im Garten mindern.

Gegen Unfälle im eigenen Garten

Gegen Unfälle im eigenen Garten

 

4.6.2018 (verpd) Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin verletzen sich jedes Jahr hierzulande alleine bei Gartenarbeiten rund 200.000 Menschen so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. Weitere Gartenunfälle, die beispielsweise durch unnötige Stolperfallen im Garten verursacht werden oder Vergiftungsunfälle bei Kindern durch giftige Sträucher und Blumen sind hier noch gar nicht mitgerechnet. Solche und andere Unfallrisiken kann jeder Gartenbesitzer minimieren.

Ein Garten sollte eigentlich ein heimisches Idyll sein. Allerdings lauern hier oftmals zahlreiche Unfallrisiken. Doch jeder Gartenbesitzer kann darauf achten, dass sein Garten möglichst sicher gestaltet ist. Das fängt bereits beim Anlegen und Bepflanzen des Gartens an und reicht bis zur Gartenarbeit und regelmäßigen Gartenpflege.

Rutsch- und Stolperfallen vermeiden

So können glattpolierte Bodenplatten auf Treppen, Gartenwegen oder Terrassen bei Nässe schnell zur gefährlichen Rutschfalle werden. Treppen sollten zudem maximal 12 bis 15 Zentimeter hoch und mindestens 40 Zentimeter breit sein, um das Sturzrisiko zu minimieren. Auch weitere Stolperfallen wie unterschiedlich hohe Steine oder Platten als Gehweg, durch Gras bedeckte Ziersteine oder herumliegende Gartengeräte sind zu vermeiden.

Alle Wege und Treppen sowie die Terrasse sind regelmäßig zu reinigen, denn ein Moos- oder Algenbelag sowie herumliegende Blätter oder Äste können auch bei einem griffigen Bodenbelag zu Stürzen führen. Auf dornige Büsche bis Augenhöhe sollte man zudem am Wegesrand und neben Treppen verzichten, da es anderenfalls bei einem Sturz leicht zu schweren Augenverletzungen kommen kann.

Prinzipiell ist darauf zu achten, dass keine Nägel oder scharfen Kanten an Zäunen und Geländern, Treppen, auf der Terrasse, am Gartenhaus oder den Gartenmöbeln wie zum Beispiel der Gartenbank aus Holz hervorstehen. Eine gute Ausleuchtung mit Bewegungsmeldern gewährleistet auch bei Dunkelheit ein sicheres Betreten des Gartens.

Wenn Kinder Zugang zum Garten haben

Leben kleine Kinder oder Haustiere im Haus oder auch in der Nähe, sind giftige Pflanzen wie Eibe, Goldregen, Seidelbast, Stechapfel, Tollkirsche und Engelstrompeten tabu. Weitere giftige Pflanzen sind unter anderem in den Webportalen der Giftinformationszentren Bonn (GIZ Bonn), Erfurt (Giftnotruf Erfurt) und Freiburg (Uniklinik Freiburg) aufgelistet. Auf die Verwendung von Giftmittel zur Unkraut- oder Schädlingsbekämpfung sollte man möglichst verzichten, wenn Kinder Zugang zum Garten haben. Zudem sollten dann auch Außensteckdosen mit einer Kindersicherung versehen sein. Gartengeräte, Pflanzenschutzmittel und Dünger sind zudem kindersicher aufzubewahren.

Ungesicherte Wasserstellen wie ein Teich oder eine offene Regentonne können für Kleinkinder zur Todesfalle werden. Denn kleine Kinder können, wenn sie in eine solche Wasserstelle fallen, selbst bei einer geringen Wassertiefe von rund zehn bis 30 Zentimetern ihren Kopf nicht eigenständig aus dem Wasser heben und dadurch ertrinken. Am sichersten sind abschließbare Abdeckungen für Gartenteich und Regentonne.

Zäune, deren Abstand zwischen den Zaunstäben oder -latten so groß ist, dass ein Kind seinen Kopf hindurchstecken und dann möglicherweise darin hängen bleiben kann, sollten nicht verwendet werden. Durch scharfe oder spitze Kanten aus Metall am Gartenzaun können sich nicht nur Kinder verletzen, wenn sie auf den Zaun klettern, sondern auch Erwachsene, für den Fall, dass sie stolpern und auf den Zaun fallen.

Sicherheit bei der Gartenarbeit …

Die richtige Kleidung wie lange Hosen, Handschuhe und festes Schuhwerk mit griffigem Profil beugen bei Gartenarbeiten unterschiedlichster Art Verletzungen vor. Für Schneidarbeiten an Bäumen und Sträuchern ist zudem eine Schutzbrille wichtig, die die Augen vor Funken oder Holzspänen schützt. Bei lauten Arbeitsgeräten wie einem Laubsauger oder einer Motorsense empfiehlt sich zudem die Verwendung eines Gehörschutzes.

Schon beim Kauf der Gartengeräte ist auf den Komfort und die Sicherheit zu achten. Arbeitsgeräte, die beim Arbeiten von Hand getragen werden, sollten beispielsweise möglichst leicht sein. Sichere Leitern zeichnen sich durch rutschhemmende Sprossen und Gummifüße als Abrutschsicherung für glatte Böden oder eine Stahlspitze für Arbeiten auf Gras oder erdigem Grund aus. Grundsätzlich sollte man vor dem Betrieb eines Arbeitsgerätes die Bedienungsanleitung gelesen haben und die darin beschriebenen, aber auch allgemein gültigen Warnhinweise befolgen.

Prinzipiell sollte man beispielsweise nicht mit einer Motorsäge auf der Leiter arbeiten, anderenfalls ist das Absturzrisiko extrem hoch. Beim Arbeiten mit der Motorsense, dem Rasen- und Grastrimmer oder dem Freischneider sollten sich im Umkreis von mindestens fünf Metern keine anderen Personen befinden, da ansonsten die Verletzungsgefahr durch aufgeschleuderte Steine groß ist.

… und speziell beim Rasen mähen

Man sollte zudem nicht barfuß, mit offenen Schuhen oder kurzen Hosen Rasen mähen, denn kleine Steinchen, Glasscherben oder sonstige Gegenstände könnten durch die Mähmesser auf die Füße oder Beine geschleudert werden und so bei ungeschützter Haut zu Verletzungen führen. Wer den Rasenmäher zu sich hinzieht, riskiert, mit dem Mähwerk über seine Füße zu fahren und sich so dramatische Schnittverletzungen zuzuziehen.

Bei einem Hang empfiehlt es sich, den Rasenmäher immer quer zur Steigung zu schieben und nicht senkrecht hinauf- oder hinunterzufahren, da so das Mähen leichter fällt und auch die Gefahr, dass der Rasenmäher auskommt und bergab oder gar über die Füße rollt, kleiner ist.

Regnet es, ist es besser, auf das Rasenmähen mit einem kabelgebundenen Elektromäher zu verzichten. Ein Rasenmäher muss immer ausgeschaltet und ein Elektromäher zusätzlich vom Stromnetz abgesteckt werden, bevor man den Grasfangkorb entleert, die Mähmesser reinigt oder sonstige Wartungsarbeiten daran durchführt.

Sonnenschutz nicht vergessen

Grundsätzlich ist bei allen kabelgebundenen Elektroarbeitsgeräten darauf zu achten, dass man beim Arbeiten nicht das Stromkabel selbst beschädigt, zum Beispiel dadurch, dass man mit dem Elektromäher versehentlich über das Kabel fährt.

Bei Gartenarbeiten an sonnigen Tagen ist ein ausreichender Sonnenschutz durch eine Kopfbedeckung und eine passende Sonnenschutzcreme wichtig. Es ist generell an heißen Tagen sinnvoller, in den kühleren Morgen- oder Abendstunden als am späten Vormittag oder nachmittags im Garten zu arbeiten.

Weitere Tipps, damit das Unfallrisiko im Garten und bei der Gartenarbeit möglichst niedrig ist, enthält der kostenlos herunterladbare 60-seitige Ratgeber „Den Garten genießen – Sicher gärtnern“ des Deutschen Kuratoriums für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V. (DSH) und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).