Kosten für Wildunfälle steigen auf Rekordhoch

Kosten für Wildunfälle steigen auf Rekordhoch. 2015 waren die Kosten, die durch Wildunfälle verursacht wurden, immens. Zum einen ist nämlich die Zahl der Schadenfälle und zum anderen sind auch die durchschnittlichen Kosten je Wildschaden gestiegen. Welcher Versicherungsschutz den Betroffenen hilft.       

Kosten für Wildunfälle steigen auf Rekordhoch

14.11.2016 (verpd) Die aktuelle Schadensstatistik der Kfz-Versicherer belegt, warum es für Autofahrer aus Kostengründen wichtig sein kann, eine Kaskoversicherung zu haben, die unter anderem bei einem Unfall mit einem Wild für den Schaden am eigenen Pkw Ersatz leistet. Der Durchschnittsschaden für Wildschäden ist im vergangenen Jahr nach aktuellen Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) nämlich auf fast 2.500 Euro pro Schaden gestiegen. Außerdem hat sich die Zahl der gemeldeten Wildschäden um über zehn Prozent erhöht und die Versicherungsleistungen der Kaskoversicherer sogar um knapp 14 Prozent.

Letztes Jahr wurden rund 263.000 Wildunfälle von Versicherungskunden, die für ihr Fahrzeug einen Kaskoschutz haben, an ihre zuständigen Kfz-Versicherer gemeldet. Insgesamt sind das fast elf Prozent mehr Wildschäden als noch in 2014. Es ist der höchste Wert in den zurückliegenden zehn Jahren. Lediglich 2011 waren es mit 258.000 nur unwesentlich weniger.

Im Vergleich zu 2006 ist das eine Steigerung in 2015 um fast ein Drittel beziehungsweise um 60.000 mehr gemeldete Unfälle. Das zeigt die vor Kurzem veröffentlichte Wildschadenbilanz für die Teil- und Vollkaskoversicherung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Laut einer Auswertung durch die Unfallforschung der Versicherer (UDV) kollidiert bei rund 80 Prozent der Wildunfälle ein Kraftfahrzeug mit einem Reh und bei zehn Prozent mit einem Wildschwein.

Der Kaskoschutz

Eine Kaskoversicherung zahlt je nach Schadenereignis den Schaden am eigenen Kraftfahrzeug. Die Teilkasko-Versicherung tritt beispielsweise ein, wenn das eigene Fahrzeug bei Diebstahl, Brand, Hagel, Sturm, Überschwemmung oder bei einem Unfall mit Haarwild beschädigt wurde oder Glasbruchschäden vorliegen. Einige Versicherer decken je nach Vertragsvereinbarung nicht nur Unfälle mit Haarwild, sondern auch mit Wirbeltieren oder Tieren jeder Art und leisten sogar bei Schäden durch Marderbisse.

Eine Vollkasko-Versicherung leistet Ersatz bei Unfällen, die vom Fahrer selbst fahrlässig verursacht wurden. Sie deckt zudem Schäden durch Dritte, die nicht zum Schadenersatz herangezogen werden können, zum Beispiel, weil der Unfallverursacher flüchtete. Außerdem ist in der Vollkaskoversicherung auch der Teilkasko-Schutz und damit der Kostenschutz, der durch einen Wildschaden entstehen kann, enthalten.

Hohe Schäden durch Wildunfälle

Neben der Anzahl der bei den Kfz-Versicherern gemeldeten Wildschäden sind auch die entsprechenden Versicherungsleistungen, die die Voll- und Teilkaskoversicherer 2015 für Wildunfälle an ihre Kunden bezahlt haben, auf ein Rekordhoch angestiegen. Hier gab es den GDV-Daten zufolge einen Zuwachs, um fast 14 Prozent auf 653 Millionen Euro. Der bisherige Höchststand im vergangenen Jahrzehnt wurde 2012 mit über 580 Millionen Euro erzielt.

Im Beobachtungszeitraum sind die Schadenzahlungen bis auf wenige Ausnahmen kontinuierlich gestiegen. Der aktuelle Wert liegt um fast zwei Drittel höher als noch 2006. Die Folge dieser Entwicklung ist auch der durchschnittliche Schaden pro Wildunfall um ein weiteres Mal größer geworden – im vergangenen Jahr waren es der aktuellen Wildschadenbilanz der Versicherer zufolge fast 2.500 Euro. Auch hier ist in Beobachtungszeitraum eine kontinuierliche Steigerung zu beobachten: Auf Zehnjahressicht – 2006 waren es noch knapp unter 2.000 Euro – gab es eine Zunahme um über ein Viertel.