Viele unterschätzen ihre eigene LebenserwartungEine aktuelle Umfrage zeigt, dass nur wenigen bewusst ist, wie lange ihre statistische Lebenserwartung tatsächlich ist.

Viele unterschätzen ihre eigene Lebenserwartung

1.2.2016 (verpd) In einer aktuellen Studie untersuchte das Marktforschungsinstitut Forsa, von welcher Lebenserwartung die Bürger hierzulande ausgehen. Die Mehrheit der Befragten gaben Werte an, die deutlich unter dem statistischen Lebensalter, das Männer und Frauen der aktuellen Generation im Durchschnitt in Deutschland tatsächlich erreichen werden, lagen.

Bei einer repräsentativen Befragung im Januar 2016 wollte das Marktforschungsinstitut Forsa wissen, wie hoch die Bürger hierzulande die Lebenserwartung einschätzen. Für die Studie befragte Forsa im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) 1.002 Bürger.

Nur die wenigsten schätzten die Lebenserwartung der Männer und Frauen in Deutschland realistisch ein. Rund 89 Prozent der Befragten gaben eine zu niedrige Lebenserwartung von Männern und sogar 92 Prozent von Frauen an.

Um rund sieben Jahre unterschätzt

Die befragten Männer gingen davon aus, dass Männer hierzulande 77,4 Jahre alt werden. Die tatsächliche durchschnittliche Lebenserwartung beträgt allerdings 84,7 Jahre. Dieser Wert ist der Generationensterbetafel des Statistischen Bundesamts (Destatis) entnommen – hier prognostizieren die Statistiker für jeden Geburtsjahrgang das wahrscheinliche Lebensalter und beziehen dabei auch die in Zukunft zu erwartenden medizinischen und technischen Verbesserungen mit ein. Das heißt, die Männer schätzen die Lebensdauer mehr als sieben Jahre zu niedrig ein.

Nach gravierender war es bei den Frauen. Sie schätzen die Lebenserwartung ihrer Geschlechtsgenossinnen um fast acht Jahre zu niedrig, nämlich auf 80,8 Lebensjahre. Statistisch gesehen liegt die aktuelle Lebenserwartung für Frauen laut Destatis jedoch bei annähernd 88,7 Lebensjahren.

Jede Generation lebt rund 7,5 Jahre länger als die vorherige

Laut GDV ist ein Grund für die Fehleinschätzungen die rasante Entwicklung der Lebenserwartung. Denn statistisch gesehen steigt jedes Jahr die Lebenserwartung um rund drei Monate Lebenszeit an. „Die Lebenserwartung steigt schneller, als die meisten Leute denken“, betont diesbezüglich Prof. Dr. Jochen Ruß, Geschäftsführer des Instituts für Finanz- und Aktuarwissenschaften.

„Wenn man über die eigene Lebenserwartung nachdenkt, hat man vermutlich oft die Lebensdauer von Menschen der Generation der eigenen Eltern und Großeltern im Hinterkopf“, gibt Ruß zu bedenken und erklärt weiter: „Pro Jahrzehnt gewinnen wir rund 2,5 Jahre an Lebenszeit hinzu.“ Dies hat jedoch zur Folge, dass jede Generation rund 7,5 Jahre länger lebt als die vorherige.

Was eine höhere Lebenserwartung für den Einzelnen bedeutet

Doch was hat die längere Lebenserwartung für Auswirkungen auf den Einzelnen? Wer länger lebt, kann auch mit einer längeren Rentendauer rechnen und braucht demnach für längere Zeit ein entsprechendes Alterseinkommen, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Mit steigendem Alter nimmt statistisch jedoch auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Für den Einzelnen ist es daher wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken. Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Förderung, auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.